Erntedank im Schulgarten – Städtische Gesamtschule Aachen-Brand

Erntedank im Schulgarten

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Erntedank im Schulgarten

War da was? Im Frühjahr 2016 konnten Interessierte in verschiedenen Aachener Printmedien lesen, was gerade wieder Neues im Schulgarten der Gesamtschule Aachen-Brand stattfand: Da war die Rede von einem neuen, großen Acker, von einem Verein aus Berlin mit seiner „Ackerdemie“, und natürlich von Schüler*innen, die sich in Begleitung von Lehrkräften auf dieses neue und ungewöhnliche Terrain wagten.

Heute, ein gutes halbes Jahr später, gilt es bereits, das Vergangene kritisch zu betrachten: Hat sich die Arbeit gelohnt? Ist der besondere Bildungsauftrag – Kinder und Jugendliche wieder an die Zusammenhänge natürlicher Nahrungsmittelproduktion heranzuführen – erfüllt worden? Was ist bei den Schülerinnen der Acker-AG aus dem 6. Jahrgang und den Jungen des WP-NW-Kurses im 10. Jahrgang wirklich „hängen geblieben“? Wie sieht das „Kosten-Nutzen“-Verhältnis aus? Und: Soll das Projekt weitergeführt werden?

Diese Fragen sollen hier aber nicht beantwortet werden. Stattdessen wollen wir gemeinsam zurückblicken und uns einige Aspekte in Erinnerung rufen – auch für diejenigen, die es nicht schaffen, in einer Mittagspause mal im Schulgarten vorbeizuschauen und daher nicht wissen, was dort passiert:

Seit Juni herrscht zunächst dienstags, seit den Sommerferien immer freitags Gedränge auf dem Flur zwischen den Lehrerzimmern. Den Grund kann man riechen und sehen: Das Gemüse aus dem Schulacker, ungespritzt und von Hand gepflegt, wird von den Ackerbetreiber*innen an die Lehrerinnen und Lehrer verkauft. In Hochzeiten werden hier bis zu 10 verschiedene, frisch geerntete Gemüsesorten angeboten, von der Möhre und Mangold bis zu Kürbissen und Salaten.

Was hier so idyllisch daherkommt, basiert letztendlich auf sehr viel Arbeit und noch mehr Geduld. Denn bevor etwas verkauft werden kann, gibt es auf dem Acker immer etwas zu tun, das haben die Schülerinnen und Schüler gelernt! Gießen mussten sie im kalten verregneten Frühjahr kaum, aber täglich Schnecken absammeln, die sich gerne unter den Salatblättern versteckten; es galt Wühlmaus- und Maulwurfshügel einzuebnen, und vor allem immer wieder fleißig zu hacken, um die Bodenstruktur und damit die Wasseraufnahme der Pflanzenwurzeln zu verbessern. Seit August musste dann sehr viel gegossen werden, einige Pflanzen haben die Trockenperiode nicht „geschafft“. Und galt es anfangs noch Unkraut von kleinen Gemüsepflänzchen unterscheiden zu lernen – die Rote Beete-Sämlinge hatten dabei mehrmals Pech- so war später im Jahr das Urteilsvermögen gefragt, ob z.B. eine Pflanze geerntet werden kann oder lieber noch nicht. Dass das Draußen sein viel Freude macht und mit dem Garten verwurzelt, bewiesen einige Mädchen und Jungen auch in den Sommerferien, als sie freiwillig an verschiedenen Terminen zum Ernten kamen.

Als ideal hat sich die Bearbeitung des Ackers mit zwei Gruppen unterschiedlichen Alters herausgestellt. Die Mädchen aus dem heutigen 6. Jahrgang sind begeistert bei der Sache und gehen sehr spielerisch an „ihren“ Garten heran. So bekamen die selbst gepflanzten Tomaten eigene Namen, jede mühsam aus dem Boden gezogene Möhre wurde fröhlich begrüßt. Die Jungen aus dem heutigen 10. Jahrgang dagegen suchen eher körperlich anstrengende Aufgaben -z.B. Erd- und Grabearbeiten, Transport der Gemüsekisten – und widmen sich ausdauernder und ruhiger der notwendigen Arbeit. Die wöchentliche Ernte bedeutete immer ein Höchstmaß an interner Koordination und Absprache und Konzentration.

Abschließend lässt sich noch berichten, dass die Arbeit auf dem Acker noch nicht zu Ende ist, auch wenn sich die Beete so langsam leeren. Als Bonbon wartet noch jede Menge Grünkohl auf den ersten Frost.

Text: Ulrike Löhrer, Kai Frings

Von | 2017-04-04T16:12:56+00:00 16. November 2016|Kategorien: Aktuelles|