Die Arbeitswelt schon in der Schulzeit erleben

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Die Arbeitswelt schon in der Schulzeit erleben

Von Robert Flader, Aachener Zeitung, 19.06.09

Ganz neue Wege geht ab sofort die Gesamtschule Brand. Einer davon wird die Schüler der Jahrgangsstufe 8 regelmäßig ins Rechenzentrum der RWTH führen, ein anderer in die Technische Schule des Bundeswehrheeres. Auf dem Programm steht dabei die intensive Zusammenarbeit mit angehenden IT-Spezialisten, Kfz-Mechatronikern und Elektronikern.

Wozu das Ganze? Mit einer besonderen Partnerschaft auf der Plattform „KURS“ (Kooperation Unternehmen der Region und Schulen) sollen die Schüler bei der Auswahl ihrer zukünftigen Berufe möglichst früh einen Einblick in die Arbeitswelt erhalten. Dafür wurden nun das Rechenzentrum und die Ausbildungswerkstatt des Heeres als Partner gefunden. „Wir wollen die Schüler fit machen für die Zukunft“, verdeutlicht Walther Kröner. „Grundlage der Berufsorientierung muss Bestandteil der gesamten Schule sein“, erklärt der Leiter der Gesamtschule.

Die Unternehmen erhielten durch die intensive Zusammenarbeit mit der Schule einen verbesserten Zugang zu möglichen Auszubildenden und einen Einblick in die Lehrpläne. „Wir stellen mit unseren Schülern schließlich die Azubis der Zukunft“, weiß Kröner.

Die Arbeitswelt hautnah erleben ist das Ziel von „KURS“, das 1999 unter anderem von der Industrie- und Handelskammer Aachen (IHK) als Modellprojekt ins Leben gerufen wurde. Know-how aus den Unternehmen soll in die Schulfächer und fächerübergreifende Projekte fließen.

Schule trifft Arbeitswelt, gerade in Zeiten, in denen die Themen Berufwahl und Arbeitsweltorientierung schon sehr früh einen immer größeren Raum einnehmen. Heinz Gehlen von der IHK ist von der zunächst auf zwei Jahre ausgelegten Zusammenarbeit überzeugt: „Schüler sollen verstehen, wie es in der Wirtschaft abläuft. Und das geht im Endeffekt nur über intensiven Kontakt mit den beteiligten Firmen und dementsprechend über praxisnahe Arbeit. Dafür steht die Kooperation.“

Das Rechenzentrum der RWTH, das insbesondere mathematisch-technische Software-Entwickler ausbildet, sieht die Kooperation ebenfalls als Gewinn. „Die Schüler sind nicht nur unsere Studenten von morgen“, sagt RZ-Ausbildungsleiter Benedikt Magrean. „Durch die Arbeit mit Schülern erweitern unsere Studenten auch ihre sozialen Kompetenzen.“
So soll das Ziel einer flächendeckenden Vernetzung von Unternehmen und Schule auch über die Vertragszeit hinaus durch „KURS“ möglich werden.

Von | 2017-09-03T13:10:43+00:00 30. June 2009|Kategorien: Archiv-Schulleben, Schulleben 2009|