Gesamtschule Aachen Brand

Lernen und individuelle Förderung

Wir orientieren uns in unserer Arbeit an einem erweiterten Lernbegriff, der fachliches, selbstständiges und soziales Lernen umfasst.
Lernsituationen vielfältigster Art ermöglichen es unseren Schülerinnen und Schülern, ihre fachlichen, methodischen und sozialen Kompetenzen zu erweitern, und dabei selbstständi-ges und selbstverantwortliches Handeln zu lernen.

Fachliches Lernen

Allgemeine Bildungsstandards für die einzelnen Fächer sind vom Schulministerium durch die Kernlehrpläne vorgegeben. Sie bilden die Grundlage für die Entwicklung der schulinter-nen Lehrpläne, die in unseren schulinternen Unterrichtspartituren formuliert sind. Diese geben einen verbindlichen fachlichen und methodischen Rahmen vor.
Fachspezifische Formen und Verfahren selbstständigen Lernens werden bei der Planung und Überprüfung von Unterrichtsvorhaben besonders berücksichtigt.
Die Verknüpfung der einzelnen Fachbereiche findet in fachübergreifenden Unterrichtsvor-haben für die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I und in den fächerverbinden-den Projektwochen der Oberstufe ihren Ausdruck.

Selbstständiges Lernen

Selbstständiges Lernen ist in unserer Schule besonders an drei Lernzusammenhänge gebunden:
· den Lernstationen und im Rahmen des SelGO-Projekts.
· dem Fachunterricht,
· den fachübergreifenden Projekten.
Ziel des selbstständigen Lernens ist die Vermittlung von Fach- und Methodenkompetenzen. So soll das Lernen nachhaltig gesichert werden.
Die Entwicklung persönlichkeitsbildender Wertorientierungen wie Selbstverantwortung, Selbstreflexion und Teamfähigkeit wollen wir so fördern.

Soziales Lernen

Wir verstehen unter sozialem Lernen ein bewusst initiiertes, in seinem gesellschaftlichen Zusammenhang reflektiertes Lernen von Verhaltensweisen, Wertvorstellungen und Hand-lungskompetenzen für ein gewaltfreies, verantwortungsvolles, demokratisches Miteinander in unserer Gesellschaft.
In Unterricht und Ganztagsangeboten schaffen wir mit Partner- und Gruppenarbeit Situationen, die die Schülerinnen und Schüler zu kritischem Denken und Urteilen anleiten, sie zu kreativen Strategien bei der Lösung von Problemen anregen, sie zu Eigenaktivität führen.
Zusammenarbeit, Hilfsbereitschaft, Zuverlässigkeit, Rücksichtnahme, Ehrlichkeit und vertrauensvolles Miteinander werden so gefördert und entwickelt.

Lernstationen

Um unseren Schülerinnen und Schülern ein erfolgreiches Lernen zu ermöglichen und ihnen den Weg zum bestmöglichen Schulabschluss zu ebnen, ist individuelle Förderung und individualisiertes Lernen seit Gründung der Schule ein zentrales Prinzip unserer Arbeit.

Mit unserer Konzeption der Lernstationen, für die wir im Herbst 2008 mit dem „Gütesiegel Individuelle Förderung" der Landesregierung ausgezeichnet wurden, verbinden wir die Absicht, dem fachlichen Lernen - insbesondere in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch - Raum zu geben und gleichzeitig das Prinzip der Individualisierung zu stärken, ohne selbstständiges und selbstverantwortliches Lernen zu vernachlässigen.

Dabei fußt diese Konzeption auf dem von uns formulierten erweiterten Lernbegriff, der eine Einheit von fachlichem, selbstständigen und sozialem Lernen beschreibt und wird neu nuanciert, indem das individualisierte und das selbstverantwortliche Lernen betont wird.
Umgesetzt wird diese Zielsetzung dadurch, dass nicht alle Schülerinnen und Schüler an den gleichen fachlichen Inhalten, sondern an verschiedenen Aufgabenstellungen auf verschiedenem Niveau arbeiten können, ihrem Lerntempo, ihrer Begabung und lerntypologischen Voraussetzungen so eher entsprochen wird.
Mehr als bisher wird den Schülerinnen und Schüler dadurch die Möglichkeit für ein aktives Lernen - auf der Basis von erworbenen Methodenkompetenzen, konstruktivem Prob-lemlösungsverhalten und Entscheidungskompetenz - eröffnet, gleichzeitig aber auch die Verpflichtung für ein selbstverantwortliches Lernen abgenommen, was ein planvolles Zeitmanagement, Selbstkontrolle und das Verfassen und Einhalten von Arbeitsplänen beinhaltet.

In den als dreistündiger Blockunterricht im Vormittag eingerichteten acht Lernstationen pro Jahrgang arbeiten Schülerinnen und Schüler betreut von FachkollegInnen an Inhalten unterschiedlicher Aufgabenfelder:

· Sie sichern und entwickeln ihr Basiswissen in den Kernfächern und ggf. der 2. Fremdsprache mit Übungen und Materialien, die sich an den Kernlehrplänen und den schulinternen Unterrichtspartituren orientieren. Dabei haben sie auch Zeit, fachliche Defizite aufzuarbeiten oder aktuelle fachunterrichtliche Inhalte zu wiederholen.
· Den Fachunterricht ergänzende Aufgabenstellungen, beispielsweise Selbst-lernprogramme, vertiefendes bzw. weiterführendes Übungsmaterial stützt ihr unterrichtliches Arbeiten in Klassen und Kursen.
· Die Schülerinnen und Schüler erledigen Arbeitsaufträge, die ihre fachspezifi-schen Methodenkompetenzen entwickeln und festigen.
· In den Lernstationen können die Schülerinnen und Schüler fachübergreifende Methodenkompetenzen erlernen und sichern, indem sie beispielsweise mit Lerntagebuch, Lernkarteien vertraut gemacht werden, ein Training „Arbeitsorgani-sation" und/oder „Sozialtraining" durchlaufen und an Aufgabenstellungen arbei-ten, die sich im SL-Konzept bereits bewährt haben und ihnen Schlüsselqualifikati-onen vermitteln.
· Fachübergreifende Projekte, die aus dem Fachunterricht erwachsen, ermögli-chen den Schülerinnen ein epochales Arbeiten, bei dem in den höheren Klassen auch die Formulierung von Unterthemen und die Präsentationsform von den Schülerinnen und Schülern selbstverantwortlich entwickelt werden kann.

Die Arbeitsaufträge für die Lernstationen erwachsen aus dem Fachunterricht.
Je nach Aufgabenstellung entscheidet der/die FachlehrerIn, in welchem Zeitraum eine Aufgabe erledigt werden muss. Die Schülerinnen und Schüler sammeln die verschiedenen Arbeitsaufträge und stellen sich einen individuellen Arbeitsplan zusammen, den sie in den Lernstationen bearbeiten. Nach Möglichkeit sind dies Aufgabenstellungen mit Selbstkon-trolle, andernfalls liegt die Prüfung der Arbeitsergebnisse in der Hand der FachlehrerIn-nen.
Sofern die Schülerinnen und Schüler die Aufgabenstellung selbstständig nicht bewältigen können, stehen ihnen die StationenlehrerInnen beratend zur Seite. Diese haben darüber hinaus einen Fundus an Medien und Materialien zur Verfügung, mit denen sie sie individuell unterstützen können.

 Förderunterricht LRS (Lese- und Rechtschreibförderung)

Der LRS-Unterricht im 5. und 6. Jahrgang findet in Doppelbesetzung statt, d.h. parallel zu einer Deutschstunde betreut eine Kollegin/eine Kollege mit besonders qualifizierter Aus-bildung eine feste Gruppe von 8-10 Schülerinnen und Schülern der Klasse mit einem individualisierten Förderprogramm zur Lese- und Rechtschreibförderung. Dazu werden die Materialien des Lernservers der Uni Münster für die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern eingesetzt.

Die im Klassenverband verbleibenden Schülerinnen und Schüler bearbeiten ebenfalls mit der/dem Deutsch-LehrerIn ausgewählte Rechtschreibprogramme, die individualisiertes Lernen ermöglichen.
Dabei steht den Deutsch-KollegInnen - gefördert von der Stadt Aachen -das Test-, Diagnose- und Fördermaterial des Cornelsen-Verlags zur Verfügung.

Zu Beginn des 5. Schuljahres wird der Duisburger Sprachstandstest durchgeführt, der Aufschluss darüber gibt, welche unserer Schülerinnen in der LRS-Gruppe besonders ge-fördert werden sollen bzw. in einem Förderkurs für Schülerinnen und Schüler mit Migrati-onshintergrund eine spezielle Sprachförderung bekommen. Dieses Angebot wird für diese Schülerinnen und Schüler zudem noch durch ein weiteres Sprachförderangebot der RAA außerhalb der regulären Schulzeit unterstützt.